Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn gesucht

 

Kirchliches Amtsblatt 2021 / Stück 7, 23.Juli 2021

Nr. 94. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Paderborn gesucht

Das Erzbistum Paderborn hat die Universität Paderborn bekanntermaßen mit einer historischen Studie zum Thema „Missbrauch im Erzbistum Paderborn – Eine kirchenhistorische Einordnung. Die Amtszeiten von Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt (1941 bis 2002)“ beauftragt. Die Leiterin des auf vier Jahre angelegten Projektes, Prof. Dr. Nicole Priesching, und ihre Mitarbeiterin Dr. des. Christine Hartig suchen seit Projektstart 2020 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die als Minderjährige sexuelle Gewalt von Klerikern erlebten oder von sexuellen Übergriffen Kenntnis hatten. Zentrales Anliegen der Studie ist es, die Machtbeziehungen und Strukturen herauszuarbeiten, die sexuellen Missbrauch förderten und Aufklärung verhinderten.
Die Erinnerungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen tragen wesentlich dazu bei, ein genaues Bild über die Taten und ihre Hintergründe zu gewinnen. Auch Betroffene, die selbst kein Interview geben möchten, können dem Projekt persönliche Dokumente zur Verfügung stellen, die im Zusammenhang mit sexueller Gewalt durch Kleriker entstanden. Der Schutz der Interviewpartnerinnen und -partner hat dabei höchste Priorität.

• Der Gesprächsverlauf kann selbst gestaltet und so bestimmt werden, worüber Interviewpartnerinnen und -partner wie sprechen wollen.

• Auf Wunsch werden alle biografischen Daten anonymisiert bzw. so verfremdet, dass keine Rückschlüsse auf die Person möglich sind.

• Das Interview kann jederzeit ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden. Auch nach Ende des Interviews kann das Einverständnis bis zur Publikation von Forschungsergebnissen zurückgezogen werden.

Die Mitarbeitenden am Forschungsprojekt sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Auskünfte und Interviews werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergeleitet. Alle Informationen werden anonymisiert. Die Projektbeteiligten arbeiten unabhängig vom Erzbistum. Die Ergebnisse werden in Buchform der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Mitarbeiterin des Projektes ist von Montag bis Mittwoch telefonisch unter 05251 60-4432, per E-Mail unter christine.hartig@uni-paderborn.de sowie postalisch unter der Adresse: Christine Hartig, Universität Paderborn, Institut für Kirchen- und Religionsgeschichte, Warburger Str. 100, 33098 Paderborn erreichbar.

Trotz bereits erschienener Pressemitteilungen des Erzbistums Paderborn und der Universität Paderborn sowie der Bekanntmachung in verschiedenen Medien scheinen das Studienprojekt und der Aufruf an Zeuginnen und Zeugen noch nicht in allen Gemeinden und bei allen Gemeindemitgliedern bekannt zu sein. Alle Pfarrer und Pfarrgemeinderäte sind daher gehalten, das Projekt wohlwollend zu unterstützen und dessen Aufruf effektiv zu verbreiten (z. B. im Pfarrbrief, auf offiziellen Internetseiten und in Gremien). Auf diese Weise helfen sie vor Ort mit, einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung zu leisten.

 


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