Gedanken zu Corona*

Wie war es vor Corona doch so schön,
einfach nur zur Kirche geh‘n.
Alle Plätze waren frei, ich konnte mir einen suchen,
vorne oder hinten, ich brauchte nicht zu buchen.
Leute treffen, singen, diskutieren und miteinander reden,
heute kommt‘s mir vor, als war‘s im Garten Eden.
Alle Treffen und schönes Beisammensein waren nicht mehr erlaubt,
ich hätte es vor Corona nicht geglaubt.
Mein erstes Jahr als Rentnerin, ich konnte auf viel Gutes hoffen,
Reisen, Konzerte und vieles mehr, die ganze Welt, die stand mir offen.
Doch dann im März was für ein Graus,
kam die Nachricht die Fahrt in die Schweiz, die fällt aus.
Naja, Madrid war auch schon gebucht,
doch das wurde auch nichts, oh verflucht.
Runde Geburtstage, 5 Einladungen hatte ich schon,
alles fiel ins Wasser, auch die Erstkommunion.
Auf Karten für die Toten Hosen hatte ich lange gewartet,
jetzt gibt es das Geld zurück, die Tournee ist nicht gestartet.
Die Vorfreude und Planungen bei uns allen waren dahin,
wie geht es weiter, was ist der Sinn?
Gesund zu bleiben, das ist wichtig.
Alles abzusagen war darum auch richtig.
Das Leben wurde entschleunigt, viel Zeit zum Denken,
auf sich selbst zurückbesinnen und ein Lächeln schenken.
Wir verbrachten die meiste Zeit im Garten und zu Haus,
da gab es viel zu tun und aufzuräumen, tagein, tagaus.
Doch viele Menschen wurden auch ideenreich und kreativ,
es entstanden viele Projekte, alle sehr positiv.
Das Internet wurde zur Kommunikation genutzt,
da waren so Manche sehr verdutzt.
Konzerte, Gottesdienste und Sportangebot,
alles online und für uns alle sehr ungewohnt.
Besondere Aktionen in Liebfrauen, wie Ostern to go,
die machten uns alle so richtig froh.
Die Kirchen sind bei uns zum Glück tagsüber offen,
ein Besuch dort lässt von Neuem hoffen.
Die Masken und der Abstand werden uns noch länger begleiten,
das sollten wir auch befolgen, zu allen Zeiten.
Mir geht es gut, ich kann nur applaudieren,
viele junge Frauen haben es schwerer, sie müssen organisieren, improvisieren, arrangieren, korrigieren, reagieren und vielleicht auch kapitulieren.
So langsam normalisiert sich das Leben aber wieder,
wir feiern zusammen Gottesdienste, doch leider ohne Lieder.
Was haben wir gelernt aus dieser Krise?
nach vorne schauen, das ist meine Devise.
Kleine Schritte, auf Sicht und nicht zu schnell,
besonnen, mit Mut und Kraft, dann wird es wieder hell.
Bescheidener werden, nicht mehr Alles wollen,
auf Sachen verzichten, ohne Grollen.
Vor allem unser Gottvertrauen ist sehr wichtig,
ER lenkt unsere Schritte, weise und umsichtig.
So kommen wir gemeinsam durch die Zeit,
zwar jede und jeder für sich, aber in großer Verbundenheit.

Birgit Schulte-Lobach

* Vorgetragen bei der Gemeinschaftsmesse der kfd am Montag, 08.06.2020


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