Hellweger Anzeiger, 23. Juli 2013


Von Rio geht es an den Amazonas

Das Weltjugendtagsfieber greift um sich: „Wer einmal da war, der will auch noch mal hin“

Von Nadine Przystow

31 Weljugendtagspilger der Katholkischen Jungend Gemeinde und der Katholischen Holchschulgemeinde Dortmund nehmen in diesen Tagen am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teil. Zur Abschiedmesse am Samstagabend kamen über 100 Angehörige und Freunde in die Liebfrauenkirche.

Der Weltjugendtag ist ein Pilgerweg junger Menschen und ein Fest der Begegnung. Pfarrer Bernhard Middelanis war bereits in Köln und Madrid dabei. Dieses Jahr schloss er sich erstmals mit Peter Jochen, Studentenpfarrer der Dortmunder Hochschulgemeinde, zusammen. 14 Studenten und 17 Reisende aus Holzwickede trafen am Sonntagabend am Flughafen von Rio de Janeiro ein.

„Es ist wirklich eine einmalige Reise. Das kann man nachher erst alles begreifen“, freut sich Middelanis vor dem Abflug. Etwas nervös war er trotzdem. Insgesamt drei Wochen wird die Gruppe gemeinsam unterwegs sein. Die erste Woche steht ganz im Zeichen des Weltjugendtages. „Gut zwei Millionen Jugendliche laufen auf der Straße rum, singen, tanzen, spielen und umarmen sich“, beschreibt Cinzia Rosati das unvergessliche Erlebnis.

Die Italienerin war schon in Madrid dabei. Dieses Jahr ist die Studentin extra aus Österreich nach Holzwickede gekommen. „Ich war Erasmus-Studentin an der Hochschulgemeinde Dortmund. Ich fühle mich ihr sehr verbunden und wollte unbedingt mit der Gruppe reisen“, erzählt die 23-Jährige. Bis zur großen Papstmesse am letzten Tag der Woche werden die Millionen Weltjugendtagspilger unter freiem Himmel schlafen.

„Noch Tage danach bin ich von der atemberaubenden Stimmung euphorisiert“, berichtete Middelanis über die Empfindungen früherer Weltjugendtage. Auch der Studentenpfarrer Peter Jochen ist bereits erfahren in Sachen Weltjugendtag. „Doch jetzt steigen Aufregung und Freude“, sagt er bei der Verabschiedung vor der Liebfrauenkirche.

Nach der Woche in Rio warten noch einige Inlandsreisen auf die 31 Pilger. Im Amazonas besuchen sie zusammen eine Woche lang die Gemeinden des Mündungsgebiets. Da es dort keine Straßen gibt, werden sie die Wege über die Flussarme zurücklegen.

Die letzte Woche verbringt die Gruppe im Nordosten Brasiliens, wo sie die Projektpartner des Aktionskreises Pater Beda und die Menschen in den Projekten besuchen werden.

„Kulturelle und menschliche Unterschiede zählen hier nicht. Es geht einfach um den Zusammenhalt im gemeinsamen Tun“, stellt Peter Jochen den Kern der Sache heraus. Die Kollekte der Messfeier am Samstag kommt den Bedürftigen zugute, denen die Gruppe auf dieser Reise begegnet. Pater Beda selbst war ebenfalls zur Verabschiedung in die Kirche gekommen und segnete die „Missionare“.

Zum Abschied formierten sich die Weltjugendtagspilger noch einmal in ihren grünen T-Shirts vor der Kirche. Bei den Angehörigen und Freunden flossen einige Tränen.

Die Reisenden aber konnten den nächsten Morgen kaum erwarten und war schon im absoluten Weltjugendtag-Fieber, das so schnell wohl auch nicht mehr weggehen wird, weiß Cinzia Rosati: „Wer einmal da war, der will auch noch mal hin.“


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