Hellweger Anzeiger, 12. September 2011


Feuerspucker und Akrobaten in der Kirche

Liebfrauengemeinde feierte Pfarrfest mit Herz – Zirkus zog kurzerhand um

Von Sonja Haselbach und Kevin Kohues

Weil der Regen einfach zu stark war, zog der „Zirkus Trumpf“ für seinen Auftritt kurzerhand in die Kirche um. „Das war für uns Neuland, für den Zirkus aber nicht“, berichtete Pfarrer Bernhard Middelanis. Der Umzug ins Gotteshaus sei die einzige Möglichkeit gewesen, den Auftritt nicht absagen zu müssen. Denn alle anderen Räume hätten nicht genug Platz geboten – in der Breite als auch in der Höhe.

So kamen die Zuschauer in den Genuss einer Zirkusaufführung in ganz besonderem Ambiente. Vor allem der Feuerspucker, der einen gewaltigen Feuerstoß in das große Gewölbe spie, sorgte für Aufsehen. „Die Flamme war so groß, dass sich sogar der Staub an der Decke gelöst hat“, schmunzelte Middelanis.

Der Rest des Freiluftprogramms musste allerdings wegen des Regens gestoppt werden. „Der harte Kern kommt trotzdem“, war der Pfarrer mit dem Besuch nicht unzufrieden.

Ganz anders der Samstag: Sonne satt, doch vor allem am Nachmittag kamen weniger Besucher als sonst. Vielleicht, weil es so schwül war, vielleicht auch wegen des BVB-Heimspiels, vermutete Middelanis. Am Abend sei es dafür umso schöner und richtig voll gewesen. Für sommerliches Flair sorgte neben dem strahlenden Sonnenschein auch die Band Starlights, die den ganzen Tag über bekannte Lieder zum Besten gab. Auftritte von Kindern aus der Aloysiusschule und der Jugendband der Kirche, sowie musikalische Unterhaltung der Jugendband „Black Beauty“ rundeten das Bühnenprogramm ab.

Pfarrer Middelanis war voll des Lobes über sein bemerkenswert großes Team von rund 190 Mitarbeitern. „Die wollen das wirklich“, sagte er, „die Helfer sind mit viel Herz dabei.“ Das Herz stand auch Pate für das diesjährige Motto. Im Pfarrgemeinderat stellte man sich die Frage, was wirklich wichtig sei. Viele Menschen würden in einer hektischen und komplizierten Welt nach innerem Frieden suchen, so Middelanis. Dort könne die Kirche helfen und dies sei eben eine Herzensangelegenheit. Das Motto wurde auch künstlerisch festgehalten: So konnte jeder auf eine Leinwand, die in Felder unterteilt war, ein Herz hinterlassen.

Ein Viertel des Erlöses kommt Menschen in der Dritten Welt zugute. Eine kleine Reisegruppe aus Holzwickede besuchte Brasilien und verschaffte sich dort einen Eindruck über die Lebensumstände. So wandte sich der Pfarrgemeinderat an die Reisenden, um zu entscheiden, welche Projekte man dort unterstützen könne.

Nun wird das Pater-Beda-Projekt „Béja Flor“ unterstützt, das sich an Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen richtet. Weiterhin erhält das Projekt „Schwester Henriqueta“ Unterstützung, um Hilfe gegen Kinderhandel und Missbrauch zu leisten. Der Rest des Erlöses wird in Renovierungen der Liebfrauenkirche investiert – zunächst wie berichtet in eine neue Heizung.


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